Der Weg vom gefällten Stamm zum fertigen Maibaum ist lang, und fast alles daran ist Handarbeit. Wochenlang wird gehobelt, gemalt, geschmiedet und montiert. Wie der Baum am Ende aussieht, ist die Visitenkarte einer Gemeinschaft, und entsprechend ernst wird die Sache genommen.
Die weiß-blaue Fassung
Der klassische Maibaum trägt eine Spirale in Weiß und Blau, den Farben Bayerns. Sie läuft vom Fuß bis unter den Wipfel und macht den Stamm schon von weitem kenntlich. Nicht jeder Baum wird bemalt, mancherorts bleibt das Holz naturbelassen, doch das Weiß-Blau ist das verbreitetste Bild.
Der Kranz und der Wipfel
Oben bleibt ein grüner Wipfel stehen oder es kommt ein Kranz an den Stamm, oft mit bunten Bändern. Der Kranz gilt als Frühlingszeichen, viele lesen ihn auch als Zeichen der Fruchtbarkeit.
Die Zunftzeichen
Das Herzstück sind die Zunftzeichen: geschmiedete oder gemalte Tafeln und Figuren, die die Handwerke und Vereine des Ortes zeigen, den Bäcker, den Schmied, den Metzger, die Blaskapelle, die Feuerwehr. So hängt der halbe Ort am Stamm, Handwerk für Handwerk. Was die Zeichen im Einzelnen bedeuten, steht auf der Seite zur Bedeutung des Maibaums. Besonders reich gestaltet war der Baum am Viktualienmarkt mit seinen sechs Figurengruppen. Der neue soll am 9. Mai 2027 stehen.
Wer den Baum schmückt
Meist der Burschen- oder Maibaumverein, die Feuerwehr oder eine eingespielte Nachbarschaft, oft über Wochen und mit vielen Händen. Am Ende steht der Tag, an dem der geschmückte Baum in die Höhe geht, und mit ihm die Arbeit eines halben Frühjahrs.
Quellen
- muenchen.de, offizielles Stadtportal: 1. Mai in München 2027: Maifeste, Maibäume und weitere Traditionen.
- Verein Münchener Brauereien e.V.: Münchner Maibaum - Die Motive.
- Wikipedia: Maibaum.
Abgerufen am 07.10.2026. Die Liste nennt die Belege für die Angaben dieser Seite; maßgeblich bleiben die Auskünfte der genannten Stellen.