Der Weg vom gefällten Stamm zum fertigen Maibaum ist lang, und der größte Teil davon ist Handarbeit. Über Wochen wird der Baum vorbereitet, und wie er am Ende aussieht, ist eine kleine Visitenkarte der Gemeinschaft.
Die weiß-blaue Fassung
Der klassische Maibaum ist spiralförmig in Weiß und Blau gefasst, den Farben Bayerns. Die Spirale zieht sich vom Fuß bis unter den Wipfel und macht den Baum schon von weitem als das kenntlich, was er ist. Nicht jeder Baum ist bemalt, mancherorts bleibt der Stamm naturbelassen, doch das Weiß-Blau ist das verbreitetste Bild.
Der Kranz und der Wipfel
Oben bleibt ein grüner Wipfel oder es wird ein Kranz angebracht, oft mit bunten Bändern. Der Kranz ist ein altes Fruchtbarkeits- und Frühlingszeichen und gehört zu den ältesten Elementen des Brauchs.
Die Zunftzeichen
Das Herzstück sind die Zunftzeichen: kunstvoll geschmiedete oder gemalte Tafeln und Figuren, die die Handwerke und Vereine des Ortes zeigen, den Bäcker, den Schmied, den Metzger, die Blaskapelle, die Feuerwehr. So wird der Baum zu einem Verzeichnis der Gemeinschaft in luftiger Höhe. Was diese Zeichen im Einzelnen bedeuten, steht auf der Seite zur Bedeutung des Maibaums. Ein besonders reich gestaltetes Beispiel ist der Maibaum am Viktualienmarkt mit seinen sechs Figurengruppen.
Wer den Baum schmückt
In den meisten Orten übernehmen das der Burschen- oder Maibaumverein, die Feuerwehr oder engagierte Nachbarschaften, oft über Wochen und mit vielen Händen. Am Ende steht der Tag des Aufstellens, an dem der geschmückte Baum in die Höhe geht.