Herkunft und Bedeutung

Die Tradition des Maibaums

Man könnte den Maibaum für eine hübsche Dekoration halten, für einen bemalten Stamm mit Kranz und Bändern. Das wäre ein Missverständnis.

Der Maibaum ist ein Stück gelebte Geschichte, und wer wissen will, warum halbe Dörfer sich um einen Baum streiten, muss ein paar Jahrhunderte zurücksehen.

Woher der Maibaum kommt

Die Wurzeln des Brauchs liegen in alten Frühlingsriten, in denen der grüne Baum für Lebenskraft und Wachstum stand, für den Sieg der warmen über die kalte Jahreszeit. Schriftlich fassbar wird der Maibaum in seiner heutigen Form erst ab dem 16. Jahrhundert, feste Verbreitung findet er vor allem im bayerischen und alpenländischen Raum.

Was der Maibaum bedeutet

Seine eigentliche Bedeutung liegt weniger im Baum als in denen, die ihn aufstellen. Die Zunftzeichen aus Metall, die Figuren und Tafeln zeigen die Gewerbe und Vereine eines Ortes. Ein Maibaum ist ein Verzeichnis der Gemeinschaft, ausgehängt in luftiger Höhe, Ausdruck von Stolz und manchmal von einem kleinen Wettstreit darum, wer den höheren, den schöneren Baum hat. Mehr dazu auf der Seite zur Bedeutung des Maibaums.

Wie ein Maibaum aussieht

Meist eine hohe Fichte oder Tanne, entastet und geschält, der Stamm häufig spiralförmig in Blau und Weiß gefasst, den Farben des Landes. Oben bleibt ein grüner Wipfel oder ein Kranz als Zeichen der Fruchtbarkeit. Typisch sind Höhen um die 30 Meter, einzelne Rekordbäume messen über 50 Meter. Alles Übrige ist Handarbeit, über Wochen entstanden, und kein Baum gleicht dem anderen. Wie ein Baum geschmückt wird, ist eine eigene Kunst.

Der Maibaum ist kein Denkmal, das man einmal setzt und dann vergisst. Er wird gefällt, geschmückt, bewacht, gestohlen, ausgelöst und wieder ersetzt. Der Brauch lebt in diesen Handlungen, nicht im Holz.

Wie lange ein Maibaum steht

Da halten es die Orte verschieden. Mancher Baum verschwindet Ende Mai wieder, viele Dorfmaibäume bleiben ein Jahr oder länger, bis ein neuer sie ersetzt. In manchen Gemeinden geschieht das nur alle paar Jahre. Der städtische Maibaum am Viktualienmarkt etwa wird ungefähr alle fünf bis sechs Jahre erneuert.

Der Maibaum in München

Am Viktualienmarkt ist der Maibaum längst zum Wahrzeichen geworden, und in vielen Vierteln, von der Maxvorstadt bis an den Stadtrand, gehört er so fest zum Frühjahr wie das erste Radler in der Sonne. Der Chinesischer Turm e.V. hält diese Tradition unter dem Namen Maibaum München sichtbar. Eine vertiefende kulturhistorische Einordnung samt Quellen findet sich im redaktionellen Archiv Brauchtum München.

Alle Münchner Maibäume auf einer Karte

Standorte, Höhe und Aufstellungsjahr jedes Maibaums der Stadt, als interaktive Karte und Sammlung.